Zwänge


Kennen Sie den Film „Besser geht’s nicht“ mit Jack Nicholson? Er spielt in diesem Film einen Mann mit einer Zwangsstörung. Was uns Zuschauern möglicherweise bizarr und teilweise amüsant erscheint, ist für die Betroffenen eine große Qual.

Sabine Morgan

Privatpraxis für Psychotherapie und Coaching

Es gibt unterschiedliche Erscheinungsformen von Zwängen, und zwar Zwangshandlungen und Zwangsgedanken. Zu den Zwangshandlungen gehören Wasch- und Putzzwänge, Wiederholungs-, Zähl- und Ordnungszwänge, Kontrollzwänge und zwanghaftes Horten und Sammeln (Messie).

Zwangsgedanken beziehen sich z. B. auf die Befürchtung, gegen ein soziales Tabu zu verstoßen, Schaden zu verursachen oder gegen sexuelle, religiöse oder sonstige Normen zu verstoßen. Oft leiden Betroffene unter mehreren Zwängen gleichzeitig und häufig kommt es zu einer wechselnden Symptomatik.

Die Zwänge sind für den Betroffenen selbst quälend und oft sehr zeitaufwendig. Sie versuchen deshalb, diese Gedanken abzuwehren bzw. den Handlungsimpulsen zu widerstehen. Dies gelingt ihnen aber nicht. Betroffene erleben diesen Drang als etwas, was von ihnen selbst kommt, sie können sich aber insofern distanzieren, als sie eine Einsicht in die Übertriebenheit der Handlungen oder Gedanken haben. Sie sind sich aber mehr oder minder unsicher darüber, inwieweit die Zwänge nicht wirklich sinnvoll und notwendig sind. Nur sehr wenige Patienten mit einer Zwangsstörung beharren darauf, dass ihr Verhalten sinnvoll ist.

Zwänge gehören zu den Angststörungen. Dies mag zunächst erstaunen, aber Zwänge entstehen, weil die Betroffenen versuchen, durch zwanghaftes Denken oder Handeln bestimmte Ängste zu unterdrücken oder zu besiegen.

Zwänge können das Leben in extremer Weise beeinträchtigen. Aufgrund der Scham der Betroffenen an einer Zwangsstörung zu leiden, sprechen viele betroffene Menschen aber nicht darüber und isolieren sich so im Laufe der Zeit. Eine Verhaltenstherapie kann helfen, die Symptomatik zu lindern.